Wie hat Gott „Gemeinde“ geplant?

Die fünf Aspekte der neutestamentlichen Gemeindestruktur:

1. Ein Ort - eine Gemeinde
(ein Leib Jesu, dem alle Nachfolger Jesu des Ortes angehören - mit Jesus als Haupt)
(siehe 1. Kor. 12,12; Kol. 1,18; Eph. 1,22+23; Eph. 4,15+16; Eph. 5,30)

Diese Argumenten sprechen dafür, dass Gott eine Gemeinde pro Stadt möchte:
► Im ganzen Neuen Testament – von der Geburtsstunde der Gemeinde in der Apostelgeschichte bis zur Offenbarung – lesen wir immer nur von einer Gemeinde pro Stadt!

Wenn man in der Konkordanz alle neutestamentlichen Stellen nachschaut, in denen das Wort ”Gemeinde” und ”Gemeinden” enthalten sind, erhält man diese interessante Statistik (von Derek Prince- siehe Literaturangaben):

- Gemeinde in Häusern : 4x
- Gemeinde als weltweiter Leib (die Braut Jesu): 15x
- Gemeinde (Einzahl) in einer Stadt: 61x
- Gemeinden (Plural, als Summe von Stadtgemeinden), z.B. Region: 35x
Gemeinden (Plural) in einer Stadt: 0x !!!

► Gott ist traurig über Gemeindespaltungen
Jesus betet zu seinem Vater für seine Jünger:
"Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, auf dass sie zu vollendeter Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst. (Joh 17,20-23)

► Die Spaltungen der Gemeinde Jesu an einem Ort haben jeweils ihren Ursprung in Verletzungen, Streit, Unfrieden, Anklagen, Stolz, Besserwisserei, anderen Erkenntnissen. Dies führt zur Abgrenzung voneinander, zu Sprachlosigkeit, Verwirrung, Uneinigkeit. Sie sind daher keine Bereicherung des geistlichen Lebens in einer Stadt, sondern ein Armutszeugnis der Christen. Außerdem ist es ein Sieg des Feindes, der durch die Zerstörung der Einheit die Gemeinden erfolgreich in ihrer Außenwirkung lähmt (Joh. 17,21!). Das muss nicht so bleiben. Buße/ Umkehr ist möglich.

2. Hausgemeinden, die sich untereinander vernetzten und sich selbst multiplizieren
Die Erwähnungen von Hausgemeinden im Neuen Testament befinden sich hier:
Römer 16,3+4; 1.Korinther 16,19; Kolosser 4,15; Philemon 1+2.

In den Hausgemeinden lebten die Christen in verbindlicher Gemeinschaft. Durch sie wurde evangelisiert, es wurden Leute zu Jüngern gemacht und das Leben geteilt.

Es gibt im Neuen Testament nur drei Ebenen von Gemeinden:

► Hausgemeinden,
► die Stadtgemeinde und
► die weltweite Gemeinde der Christen aller Zeiten.

3. Gesamttreffen der Christen einer Stadt
Die Christen der Hausgemeinden kamen zu stadtweiten Treffen zusammen, um Lehre zu empfangen, Reiseberichte der Apostel zu hören und Abendmahl zu feiern
(u.a. Apg. 14,26-28, Apg. 15,22, Apg. 21,2-22, 1.Kor. 11,18ff, 1.Kor. 14,23, 1. Thess.5,27).

Heute sind diese Treffen auch geeignet, um Gott gemeinsam zu loben, für die Stadt zu beten und Einheit am Ort zu demonstrieren.

4. Der fünffältige Dienst
„Und Er hat gegeben etliche zu Aposteln, etliche zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, um die Heiligen zuzurüsten für das Werk des Dienstes, zur Erbauung des Leibes Christi, bis dass wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen und zum vollkommenen Manne werden, zum Maße der vollen Größe Christi.“ Eph. 4,11-13, siehe auch: 1.Kor.12,28+29; Apg. 3,21.

Der fünffältige Dienst wurde von Gott der Gemeinde gegeben, damit die Christen zugerüstet werden. Fehlt ein oder mehrere Dienste herrscht Mangel in der Gemeinde. Wachstumsstörungen und Lähmungen sind die Folge.

5. Ein Ältestenrat im Ort
Idealerweise hat eine Stadtgemeinde einen Ältestenrat, der verantwortlich die Gesamtgemeinde der Stadt leitet und ihr vorsteht. Im Alten Testament wird davon berichtet, dass das Volk Israel von Ältesten geleitet wurde. Im Neuen Testament wurden in den Gemeinden jeweils Älteste (immer im Plural) eingesetzt.

Ein Ältestenrat besteht aus geistlich reifen Männern und Frauen, die dazu berufen sind. Sie übernehmen vor Gott Verantwortung für das, was in einer Stadt im geistlichen/spirituellen Bereich geschieht, bzw. nicht geschieht.

Von Paulus erhalten wir einen deutlichen Hinweis auf die Ältesten der Stadtgemeinde (Apg. 20,17): „Von Milet aber schickte er gen Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.“

Fragen zu praktischen Überlegungen:
Wenn „Gemeinde“ so von Gott geplant war...?
Was würde dies für mich bedeuten?
Was würde dies für meinen Dienst bedeuten?
Was würde dies für meine Gemeinde bedeuten?
Was würde dies für die Zusammenarbeit der einzelnen Gemeinden in der Stadt bedeuten?

Tipp:
Gott fragen. Ins Gebet gehen; in der Stille vor Gott diese Gedanken bewegen;

Ihn um Weisheit und Klarheit bitten;

offen sein für das oft leise Reden des Heiligen Geistes.

Auch hier gilt: Alles prüfen – und das Gute behalten.


Literatur und Quellen:
Derek Prince, Die Gemeinde, Teil 1+ 2, ISBN: 3-932341-41-4 + ISBN: 3-932341-40-6
Jens Kaldewey, Die starke Hand Gottes – der fünffältige Dienst, ISBN-10: 3928093398
Wolfgang Simson, Häuser, die die Welt verändern, ISBN-10: 3928093126