Der Dienst der Ältesten

Der Dienst des Ältesten darf und soll angestrebt werden (1.Timotheus 3:1)!

Wenn wir verstehen, dass jede Leiterschaft in der Gemeinde Dienerschaft ist, zeugt es von Reife, wenn jemand das Ältestenamt anstrebt.

Alttestestamentlicher Hintergrund:
Familien-und Sippenälteste (1.Mose 50:7; 2. Mose 12:21)
Mitverantwortliche bei Mose (4.Mose 11:16-17)
eine Art Stadtrat (1.Könige 20:8; 21:11)
Synagogenvorsteher (Matthäus 16:21; Apg. 4:5)

Älteste im Neuen Testament:
1. Wer sind Älteste?
(Bibelstellen bitte nachlesen!)
► Hirten (1.Petrus 5:1-4) - sie versorgen und leiten die Herde Gottes
► Aufseher (Apg. 20:17+28) - sie haben die Aufsicht und die Übersicht
► Leiter (Hebräer 13:7 + 17) - sie stehen vor der Gemeinde, gehen voran, führen an!
Übrigens: Älteste werden im Neuen Testament stets im Plural erwähnt. Sie bilden ein Team und arbeiten miteinander! (1.Timotheus 5:17 ff)

2. Wozu gibt es Älteste?
► zur Leitung (1.Timotheus 5:17)
► sie geben Beispiel, leiten an, trainieren,
► in Bezug auf Lehre (Titus 1:9) - sie sind für die gesunde Lehre in der Gemeinde verantwortlich
► Seelsorge- sie sind für die Seelen der Gläubigen verantwortlich, in dem Sinn, dass Gott von den Ältesten Rechenschaft über ihren Dienst an den Heiligen fordert (Heb.13,17!).

3. Sie sollen gut vorstehen (1.Tim.5:17)
Apg. 20:27-32:
► den ganzen Ratschluss Gottes verkündigen
► Sorge für jeden Einzelnen
► Schutz vor Irrlehre und Wölfe

1. Petrus 5:1-5:
► nicht gezwungen, sondern freiwillig und gerne
► eifrig aber nicht um eigener Ehre willen
► demütig und nicht herrschsüchtig
► nicht als Besitzer der Herde, sondern als berufene Haushalter

4. Qualitäten eines Ältesten
(1.Timotheus 3:1-6) vorbildlicher Lebensstil:
nüchtern (nicht fanatisch)
besonnen (ausgewogen)
ordentlich (nicht durcheinander, chaotisch)
nicht den eigenen Vorteil suchend
nicht einer Sucht verfallen
Mann einer Frau oder ledig (wie Paulus)
guter Ruf in der Öffentlichkeit
Leitungsqualitäten:
die eigene Familie führen können
schon länger in der Mitarbeit
lehrfähig (kann anderen was beibringen)
(siehe 1.Titus 1,9)

5. Wie wird man ein Ältester?
Durch das eigene Zeugnis: Es muss eine Sehnsucht des Anwärters zum verantwortlichen Dienst am Hause Gottes gewachsen sein (1.Tim.3,1).

Älteste werden durch den Heiligen Geist „gesetzt“! (Apg.20,17+28)

Durch die Bestätigung des apostolischen Dienstes (z.B. Titus 1,5 + Apg 14,14+23).

6. Wie sollen Älteste eingesetzt werden?
Es gibt im Neuen Testament keine allgemeingültige Handhabung - jedoch zwei Berichte von der Einsetzung von Ältesten bei Gemeindegründungen: A) Von den Aposteln Barnabas und Paulus in Städten in der heutigen Türkei (Apo. 14,14+23) und B) von Titus während seines apostolischen Dienstes in verschiedenen Städten auf Kreta (Titus 1,5). - Petrus schreibt, dass er als Apostel Mitältester ist (1.Petrus 5,1). Die neuen Ältesten wurden von den vorhandenen Mitältesten ausgesucht (in Ephesus waren dies die Apostel Paulus und Barnabas) und vom Heiligen Geist „gesetzt“: „So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu weiden, welche er durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat!“ Apostelg.20,28

„Gesetzt“ werden auch diejenigen, denen ein Amt des fünffältigen Dienstes gegeben wurde (und zwar von Gott – nach Epheser 4,11).

1.Kor 12,28a: „Und so hat Gott in der Gemeinde gesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer,...“ Eph 4,11: „Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer.

Eine demokratische Abstimmung oder Wahl durch die Gemeinde wird bei Ältesten an keiner Stelle erwähnt. Es sprechen einige biblische Argumente für die Benennung der neuen Ältesten durch die bestehende Ältestenschaft (oder falls noch keine vorhanden sind - den Leitungskreis):

Bei Gemeindegründungen lesen wir davon, dass die bestehenden Leiter (die Apostel) die Ältesten eingesetzt haben - und nicht die Gemeinde im allgemeinen. Hier setzen Leiter unter dem Einfluss des Heiligen Geistes (Apg.20,28) Älteste ein.

Es gehört zum Aufgabenbereich der Ältesten, der Gemeinde vorzustehen (1.Tim.5,1+Heb. 13,17), sie zu weiden, zu leiten und zu führen (Apg.20,28). Die Vergrößerung der bestehenden Ältestenschaft ist eine typische Leitungsaufgabe.

Folgende mögliche Vorgehensweise ist nach dem heutigen Erkenntnisstand korrekt:
Wenn die vorhandenen Ältesten die Berufung zum Ältesten in anderen erkannt haben und sich mit Gebet und Fasten einig geworden sind, ist es sinnvoll, der Gemeinde die Vorschläge zu unterbreiten - mit der Bitte um Prüfung. Die Gemeinde ist aufgefordert zu beten, ob sie das auch so sehen kann. Bedenken können den vorhandenen Ältesten oder dem begleitenden Apostel mitgeteilt werden. Dann beraten die Ältesten (die Leitung) nochmals über die eingegangenen Reaktionen. Ist eine Übereinstimmung festzustellen, werden die neuen Ältesten unter Handauflegung offiziell vor der Gemeinde eingesetzt.

7. Die Gemeinde und ihre Ältesten
Die Hauptverantwortlichen werden in der Bibel als Älteste bezeichnet (1.Petr. 5,1-4).
Ihnen soll Achtung und Gehorsam entgegengebracht werden (1.Tim. 5:17, Hebr. 13:17, 2.Thess 3:14+15).
Sie sollen materielle Versorgung erhalten (1.Korinther 9:7-14).
Klagen gegen einen Ältesten werden nur angenommen, wenn zwei oder drei Zeugen auftreten (1.Tim.5:19+20).

8. Ämter der neutestamentlichen Ortsgemeinde (Begriffserklärungen)
In der Hausgemeindebewegung wird angestrebt, nur Ämter und Dienste zu haben, die biblisch belegbar sind. Daher ist die Kenntnis über die Bedeutung und die Ursprünge der Begriffe Ältester, Diakon, Bischof, Aufseher, Pastor wichtig.

Ältester (presbyteros), Bischof /Aufseher (episkopos) und Hirte (= lat. Pastor, grie. poimen) beschreiben interessanterweise das gleiche Amt, den gleichen Dienst bzw. die gleiche Funktion in der Gemeinde. Die verschiedenen Begriffe beschreiben dieselbe Person oder den selben Dienst lediglich aus verschiedenen Blickwinkeln.

Die Qualifikation ist die eines Ältesten, der geistliche Dienst ist der eines Hirten und das Werk, das getan werden muss, ist das eines Aufsehers (Formuliert von Derek Prince).
Das geht aus Apg. 20, 17+28, Titus 1,5-7 und 1.Petrus 5,1+2 hervor

9. Älteste werden im Neuen Testament immer im Plural erwähnt.
Die Gemeindeleitung durch eine Person, einen Pfarrer oder Pastor kennt das neue Testament nicht.

10. Älteste als Väter und Richter
Paulus erklärt wiederholt, dass die Ältesten, die einer Gemeinde vorstehen, auch die Aufgabe der Zurechtweisung haben (1.Thess.5:12; 2.Tim.2:24+25).

Dennoch sollte die Zurechtweisung im väterlichen Stil stattfinden und nicht im Stil eines Zuchtmeisters (1.Kor.4:15); denn in Christus sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister (Gesetz), sondern sind Söhne und Töchter geworden (Gal.3:25). Zurechtweisung, Zucht, Erziehung muss sich an der Vaterschaft Gottes orientieren, von dem alle Vaterschaft kommt und nicht an der Pädagogik der gegenwärtigen Gesellschaft. Es ist unser Auftrag "Menschen zu Jünger zu machen und sie zu lehren alles zu halten, was Jesus befohlen hat"- darum sollen wir ringen!

11. Voraussetzungen, um Ältester zu sein (nach 1.Tim.3,1-7 u. Titus 1,5-9)
Er soll „tadellos“, gerecht, heilig, Ehemann einer Frau (oder ledig), nüchtern, ehrlich, gastfrei, geschickt zu lehren, nicht vom Rausch abhängig, nicht gewalttätig und streitsüchtig, nicht geizig und wer jung im Glauben steht, soll nicht Ältester werden.

12. Verantwortlichkeiten des Ältesten
Der Älteste ist natürlich zuerst für sich selbst vor Gott und Menschen verantwortlich, aber auch für seine Familie und für die ihm anvertrauten Leute (z.B. der Hausgemeinde, die er leitet. Er soll zu ihnen eine verantwortliche, verbindliche Jüngerschaftsbeziehung haben). Hebr 13,17: „Gehorcht und fügt euch euren Führern! Denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben werden, damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre nicht nützlich für euch.“ Er ist auch den anderen Ältesten und -soweit schon vorhanden- dem apostolischen Dienst gegenüber rechenschaftspflichtig. Die Ältesten einer Gemeinde, bzw. einer Stadt, haben die Verantwortung dafür, was im Leib Jesu passiert und auch was nicht geschieht.

1.Thess.5,12 „Wir bitten euch aber, ihr Brüder, anerkennet diejenigen, welche an euch arbeiten und euch im Herrn vorstehen und euch ermahnen; haltet sie um ihres Werkes willen desto größerer Liebe wert; lebet im Frieden mit ihnen!“

Literatur und Quellen:
Michael Winkler: Älteste in der Gemeinde- Inkubator für Älteste, Seminarunterlagen.
Derek Prince: Audiokassetten-Serie-„Die Gemeinde“ 12 Kassetten.
Anton Schulte, Unsere Gemeinde kann wachsen, Brendow Verlag.